Die Wildblumenwiese blüht auf.

Im Herbst in einer Gemeinschaftsleistung angelegt, erfreut die Blumenwiese vor er evangelischen Auferstehungskirche mit insektenfreundlichen Blüten.

 Gabi Gilch (rechts), die Initiatorin dieser vorbildlichen Aktion, und Pfarrerin Ruth Schlinke freuen sich über die aufgehende Blütenpracht auf der „Bienenwiese“ vor der Auferstehungskirche.

 

Wer freut sich nicht im Frühjahr über die ersten Krokusse, Schneeglöckchen, Blausternchen und Narzissen, die auf den noch braunen Wiesenflächen erblühen? Während sie für Menschen vor allem eine Augenweide sind, bieten diese Blumen für Bienen und andere Insekten eine wichtige erste Nahrungsquelle nach dem Winter. Naturschutz war die Hauptmotivation für die Pflanzaktion im Gelände vor der evangelischen Auferstehungskirche. Mehr als 12000 Blumenzwiebeln wurden im Herbst unter die Erde gebracht. Zusätzlich zu der Blumenzwiebelpflanzaktion wurde auf die Wiesenflächen eine Wildblumenmischung ausgesät, beides zusammen bildet die Grundlage für eine insektenfreundliche mehrjährige Stauden-und Blumenzwiebelwiese, die nun zu blühen beginnt. „Dies ergibt ein Zusammenspiel der ersten zarten Frühjahrsblüten wie Schneeglöckchen, Krokusse, Blausternchen und Allium bis in den April mit botanischen Tulpen, bis schließlich die Dichternarzissen ihre Blütenköpfe öffnen, Prärielilien und Steppenkerzen setzen das Blütenspektakel fort“, erklärte Gabi Gilch, die Initiatorin der beispielhaften Aktion bei einem Pressetermin. Im Anschluss zeigt sich dann durch die mehrjährige Blumensaat eine breite Farbpalette von unter anderem Schafgarbe und Glockenblume, die am Ende der Saison dem Wiesensalbei und der Fetthenne Platz machen. Insgesamt sind rund 30 Pflanzenarten, vor allem Stauden, in der Mischung enthalten. Da eine mehrjährige Blumensaat in der Regel erst im zweiten Standjahr ihre volle Blütenpracht entfalten kann, wurde für das erste Jahr noch eine einjährige Blumenmischung unter anderem mit Goldmohn, Mohnblumen, Kornblumen, Flachs und Ringelblumen auf den Flächen ausgesät. Vor allem Frühblüher dienen zu Vegetationsbeginn den Bienen und anderen Insekten als erste wichtige Nahrungsquelle, völkerbildende Arten wie Honigbienen und Hummeln sind auf Frühblüher angewiesen. Nektar und Pollen sorgen dafür, dass sich die Völker vergrößern und auch nahrungsarme Zeiten überstehen können. Nicht nur für Insekten sind Zwiebelpflanzungen ein wichtiger Beitrag als Nahrungsquelle, auch für Passanten, Spazier- und Kirchgänger sind solche Flächen ein Blickfang.

 Details:

Das Wildblumenprojekt ist eine Gemeinschaftsaktion der evangelischen Kirchengemeinde und des Obst- und Gartenbauvereins Oberviechtach. Sowohl die Verwilderungsblumenzwiebeln als auch die Wildblumensaaten wurden durch Sponsoren finanziert. Eingebunden waren Gabi Gilch, Melanie Hösl, Prof. Dr. Werner Schuler, Dr. Ellen Deusser-Schuler, Gartenbauvereinsvorsitzender Karl Ruhland und Kreisgartenfachberaterin Heidi Schmid, die einen Teil der Saaten beigesteuert hatte. Mit technischem Knowhow unterstützte der Gartenbauverein. Die Verantwortlichen hoffen, dass dieses Beispiel Schule macht. Ebenso ist eine Zusammenarbeit mit einem Imker angedacht. (weu)