Benjamin Schlinke: Nach einem Jahr internationalen Freiwilligendienst in Tansania wieder in der Heimat.

Die Idee entstand nach dem Abitur. Benjamin Schlinke stieß bei der Recherche nach einem Aufenthalt im Ausland auf die Adresse von Mission EineWelt, dem Missionswerk der evangelischen Kirche mit Sitz in Neuendettelsau. Als Sohn des Pfarrerehepaars Ruth und Norbert Schlinke, die seit September 2016 in Oberviechtach leben und arbeiten, griff er den dort angebotenen internationalen Freiwilligendienst auf und nahm die Einsatzstelle im „Rehabilitation and Training Centre“ in Usa River, im Norden von Tansania für ein Jahr an. Dort erhalten Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung, aber auch Personen mit prekärer sozialer Situation eine Berufsausbildung. Die Auszubildenden im Alter von fünfzehn bis dreißig Jahren arbeiten in der Schreinerei, Bäckerei, Schweißerei und Schneiderei und können im „Centre“ wohnen. Nach ihrer dreijährigen Ausbildung kehren sie an ihre Wohnorte zurück. Schwerst Behinderte, die keine Berufsausbildung durchlaufen können, kommen für zwei Jahre in eine sogenannte „special class“ Dort lernen sie grundlegende Tätigkeiten  wie eigene Körperpflege, Haushaltsführung und Gartenarbeit. Das Schulzentrum ist vom Staat anerkannt und genießt einen guten Ruf. Es finanziert sich zu siebzig Prozent selber durch Aufträge in den Werkstätten, der Rest kommt von Sponsoren und Unterstützern. Benjamins Aufgabenbereiche waren vielseitig, wie der 19-Jährige beim Gespräch erzählte. Er unterstützte die Ärzte in der Klumpfuß-Behandlungsstation und assistierte beim Projekt „Feuerkinder“, einer Initiative, bei der deutsche Ärzte in ihrem Urlaub kostenlos Operationen an Füßen durchführen. Weitere Aufgabenbereiche waren die Arbeit mit den Schülern in der „special class“ und in der Bäckerei, in der ein Bäcker aus Nürnberg die auch in Tansania sehr beliebten Brote und Brötchen nach deutschen und fränkischen Rezepten bäckt. Zusammen mit sechs Freiwilligen von Mission EineWelt verbrachte er seinen 20-tägigen Urlaub auch in Tansania und erkundete das Land und verlebte Weihnachten auf Sansibar. Im August ist er nun nach einem Jahr Freiwilligendienst und elf Stunden Flug zu seinen Eltern zurückgekehrt. Bei Temperaturen von dreißig bis vierzig Grad in Tansania musste er sich an die etwas rauhere Oberpfalz erst wieder gewöhnen. In Kürze muss er an einem Nachberatungsseminar teilnehmen, das zu den Pflichtaufgaben zählt. Auch seine Eltern und weitere Unterstützer werden in Angehörigentreffen mit eingebunden. Ab Oktober beginnt Benjamin Schlinke eine Ausbildung zum Rettungssanitäter, anschließend will er Medizin studieren. Auf die Frage, ob er sich weitere Hilfsprojekte in Tansania vorstellen könne, kam die prompte Antwort: „Na klar, ich kann als Student und als Arzt beim Projekt Feuerkinder mitmachen.“ Schließlich spricht er fließend Suaheli, die Landessprache, kennt das „Centre“ und die Region und hat im dortigen Kirchenchor mitgesungen.

Information: mission-eineWelt.de

Klumpfußbehandlung: Benjamin Schlinke arbeitete bei seinem Freiwilligendienst in Tansania auch in einer Klumpfuß-Behandlungsstation. Das Anlegen von Schienen für die Nacht gehörte zu seinem Aufgabenbereich.